Ist Ihre Nahrung holzfrei?

Seit drei Monaten klagte ein 69-jähriger Mann über rechtsseitige abdominelle Schmerzen. Bei der Aufnahme in ein Krankenhaus in Österreich bestanden eine Leukozytose, eine Hämaturie und die Werte für C-reaktives Protein waren erhöht. Selbst intensive Diagnostik brachte jedoch keinen klaren Hinweis für die Ursache der Beschwerden. Am 10. Tag des stationären Aufenthalts ergaben sich im Computertomogramm Anzeichen für einen Psoasabszess, aus dem purulentes Sekret gewonnen werden konnte. In der mikrobiologischen Untersuchung konnten E. coli und Enterokokken nachgewiesen werden, die Untersuchung auf Mykoplasmen war negativ. Chirurgisch wurde schließlich ein 5,8 cm langer Zahnstocher entfernt. Eine Narbe gab Hinweise auf den wahrscheinlichen Verlauf des Fremdkörpers: sie verlief vom unteren Teil des Duodenums bis zur Abszesswand. Ähnliche Kasuistiken in der medzinischen Literatur belegen die potentielle Gefahr, die von Zahnstochern ausgehen kann: die spitzen Holzstäbchen sind schon für Perforationen des Magens, Dünndarms, Coecums und Sigmoids verantwortlich gewesen. Der hier beschriebene Fall stimulierte die Kollegen aus Österreich einen Brief an den Herausgeber des „New England Journal of Medicine“ mit der Überschrift „Is your food free of wood?“ zu richten.

 

ZACHERL, J. et al. N. Engl. J. Med. 2000; 343: 1817-1818

 

 

 

 

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