Minocyclin-induzierte Hautverfärbungen

   (aus ZCT 1-2007)

 

 

Verfärbungen der Haut können nach mehreren Arzneimitteln auftreten, weitgehend bekannt sind zum Beispiel die Veränderungen bei einer Therapie mit dem Antiarrhythmikum Amiodaron (CORDAREX u.a.). Unter den Antibiotika sind Hautverfärbungen vor allem als Nebenwirkung von Minocyclin (KLINOMYCIN u.a.) beschrieben worden. Vier Typen von Hyperpigmentierung mit verschiedener Lokalisierung und Ausprägung werden unterschieden. Eine ausgeprägte Veränderung trat bei einer 89-jährigen Patientin auf, die langfristig mit Minocyclin in einer Dosierung von zweimal täglich100 mg behandelt worden war. Anlass für die Dauertherapie war eine chronische Infektion mit Corynebakterien im Zusammenhang mit einer Hüftgelenksfraktur. Die Therapie wurde nach Diagnosestellung auf Cefadroxil (GRÜNCEF u.a.) umgestellt, als jedoch innerhalb von zwei Monaten die Hautsymptomatik nicht reversibel war, wurde die Behandlung mit Minocyclin auf Wunsch der Patientin trotz der Veränderungen weitergeführt.

 

FOLGERUNG DER AUTOREN:

 

Minocyclin (KLINOMYCIN u.a.) kann zu einer Hyperpigmentierung der Haut führen, die bei Therapiebeginn mit diesem Tetrazyklin in die Nutzen-Risiko-Bewertung einbezogen werden muss.

 

 

HOLM, A.N., NELSON, W.K.

Images in clinical medicine. Minocycline-induced hyperpigmentation.
N Engl J Med 2006; 355: e23

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Zeitschrift für Infektionstherapie