Anhaltender Schluckauf nach Azithromycin

Arzneimittel aus verschiedenen Gruppen sind als Verursacher von anhaltendem Schluckauf beschrieben worden. In einer Zusammenstellung von 53 Patienten aus Frankreich wurden in etwa einem Viertel der Fälle Glukokortikoide als ursächlich angesehen, oder die unerwünschte Wirkung trat im Zusammenhang mit der Einnahme von trizyklischen Antidepressiva oder Benzodiazepinen auf. Ein persistierender Singultus während einer Antibiotikatherapie ist sehr selten. Infektiologen aus Alicante (Spanien) veröffentlichten die Kasuistik eines 76-jährigen Mannes, der von seinem Hausarzt wegen einer Pharyngitis mit Azithromycin (ZITHROMAX u.a.) behandelt wurde. Am 5. Tag der Einnahme des Antibiotikums in einer täglichen Dosierung von 500 mg kam es zu hartnäckigen Schluckaufbeschwerden, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Patienten führten, weil eine Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich war. Nach drei Tagen wurde der Patient schließlich in der internistischen Abteilung einer Klinik ausführlich untersucht. Der Schluckauf trat mit einer Frequenz von acht bis 12-mal pro Minute auf. Es bestand eine Hiatushernie, Hinweise auf eine Ösophagitis gab es aber nicht. Am zweiten Tag der stationären Behandlung wurde eine Therapie mit Baclofen (LIORESAL u.a.) begonnen. Die Beschwerden besserten sich, zwei Tage später konnte der Patient ohne Schluckauf entlassen werden. Es wurde erwogen, den Kausalitätsverdacht der Nebenwirkung durch eine Reexposition zu erhärten, der Patient stimmte jedoch einem entsprechenden Vorschlag nicht zu.


JOVER, F. et al.
J Clin Pharm Ther 2005; 30: 413 - 416

 

 

 

 

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